Ich bin Mutter von zwei Kindern.
Eines lebt auf dieser Erde.
Das andere lebt überall dort, wo meine Erinnerungen sind.
Ich bin immer noch Mama.
Ich darf eine kleine Hand halten.
Ich darf das Wort „Mama“ hören.
Ich darf trösten.
Ich darf schimpfen.
Ich darf Grenzen setzen.
Ich darf lachen.
Ich darf erziehen.
Und gleichzeitig trauere ich um das Kind, von dem ich das Wort „Mama“ nie wieder hören werde.
Diese beiden Wirklichkeiten existieren zur gleichen Zeit.
Sie widersprechen sich.
Und doch gehören sie beide zu meinem Leben.
Manchmal fühle ich mich unvollständig.
Nicht, weil ich aufgehört habe, Mutter zu sein.
Sondern weil immer ein Teil meiner Familie fehlt.
Es gab Tage, an denen ich am liebsten aufgegeben hätte.
Nicht, weil ich nicht leben wollte.
Sondern weil der Schmerz größer war als alles, was ich bisher gekannt hatte.
Doch da war eine kleine Hand, die nach meiner griff.
Ein Kind, das mich brauchte.
Ein Kind, das seine Mama noch auf dieser Erde hat.
Also stand ich wieder auf.
Nicht weil ich stark war.
Sondern weil Liebe mich aufstehen ließ.
Manchmal vergleiche ich euch.
Nicht weil ich das möchte.
Sondern weil mein Herz beide Kinder kennt.
Ihr seid so unterschiedlich.
Und genau deshalb fehlt jeder von euch auf seine ganz eigene Weise.
Manchmal komme ich an meine Grenzen.
Ich frage mich, wie ein Herz gleichzeitig so voller Dankbarkeit und so voller Schmerz sein kann.
Es fühlt sich an, als müsste ich zwei Leben gleichzeitig leben.
Das einer trauernden Mutter.
Und das einer Mama, die jeden Tag gebraucht wird.
Vielleicht ist genau das meine Aufgabe.
Keine, die ich mir ausgesucht habe.
Keine, die ich jemals gewollt hätte.
Aber eine, die das Leben mir gegeben hat.
Mama zu sein endet nicht mit dem Tod eines Kindes.
Es verändert sich.
Doch es hört niemals auf.
Ich werde für immer die Mama von euch beiden sein.
In zwei Welten.
Aber mit derselben Liebe.
Zwei Kinder. Zwei Welten.
Wenn du gerade hier bist, trägst du vielleicht etwas Schweres in dir. Du musst es nicht alleine tragen.
Nimm dir einen Moment. Atme. Und geh in deinem Tempo weiter.
SanielyaDu musst diesen Weg nicht alleine gehen
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