Was ist Trauer?
Eine Reaktion auf einen Verlust?
Ein Gefühl?
Ein Zustand?
Oder ein Leben, das plötzlich nicht mehr so aussieht, wie es einmal gedacht war?
Früher hätte ich Trauer wahrscheinlich mit Weinen verbunden.
Mit Schmerz.
Mit Vermissen.
Heute weiß ich, dass sie viel mehr Gesichter hat.
Trauer kann laut sein.
Sie kann schreien, wütend werden und alles infrage stellen.
Sie kann aber auch vollkommen still sein.
Manchmal sitzt sie einfach mit am Frühstückstisch.
Sie steht mit uns auf.
Trinkt mit uns den ersten Kaffee.
Begleitet uns zur Arbeit, zum Einkaufen oder zu einem Geburtstag.
Von außen passiert nichts Besonderes.
Und innen fehlt eine ganze Welt.
Trauer kann sich als Sehnsucht zeigen.
Als Wut.
Als Angst.
Als Leere.
Manchmal sogar als Lachen, bei dem im nächsten Moment die Tränen kommen.
Und vielleicht ist genau deshalb die Frage so schwer zu beantworten:
**Wie trauert man richtig?**
Ich glaube immer weniger daran, dass es darauf eine allgemeine Antwort gibt.
Manche Menschen möchten reden.
Andere schweigen.
Manche brauchen Erinnerungen überall um sich herum.
Andere müssen bestimmte Orte oder Bilder eine Zeit lang meiden.
Manche weinen jeden Tag.
Andere können lange nicht weinen und fragen sich deshalb, ob mit ihnen etwas nicht stimmt.
Trauer lässt sich nicht an der Anzahl der Tränen messen.
Und sie hält sich nicht an einen Kalender.
Nur weil Monate oder Jahre vergangen sind, bedeutet das nicht, dass ein Mensch „fertig“ getrauert haben muss.
Vielleicht werden wir mit manchen Verlusten niemals fertig.
Vielleicht ist das auch gar nicht die Aufgabe.
Denn wie soll ich einen Menschen überwinden, den ich geliebt habe?
Vielleicht geht es irgendwann weniger darum, die Trauer loszuwerden.
Vielleicht geht es darum, ihr einen Platz zu geben, ohne dass sie jeden anderen Platz in unserem Leben einnimmt.
Das bedeutet nicht, zu vergessen.
Es bedeutet auch nicht, weniger zu lieben.
Es bedeutet, langsam wieder Platz entstehen zu lassen.
Für einen schönen Moment.
Für ein Gespräch.
Für ein Lächeln.
Für einen neuen Gedanken.
Und manchmal einfach für einen Tag, der ein kleines bisschen leichter ist.
Trauer und Leben müssen keine Gegensätze sein.
Ich lerne noch, dass beides gleichzeitig da sein darf.
Ich darf vermissen und trotzdem lachen.
Ich darf traurig sein und trotzdem etwas Schönes erleben.
Ich darf weiterleben und trotzdem zurückblicken.
Vielleicht ist Trauer deshalb nicht nur das, was nach einem Verlust übrig bleibt.
Sie erzählt auch davon, dass da jemand oder etwas war, das für uns von Bedeutung war.
Und vielleicht muss Trauer nicht überwunden werden.
Vielleicht müssen wir nur lernen, mit ihr weiterzugehen.
In unserem eigenen Tempo.
Auf unsere eigene Weise.
Was ist Trauer eigentlich?
Wenn du gerade hier bist, trägst du vielleicht etwas Schweres in dir. Du musst es nicht alleine tragen.
Nimm dir einen Moment. Atme. Und geh in deinem Tempo weiter.
SanielyaDu musst diesen Weg nicht alleine gehen
Wenn du dir Begleitung wünschst – in Gesprächen oder durch sanftes Yoga – bin ich für dich da.
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