Trauere ich richtig?

Trauere ich richtig?

Ich frage mich oft:

Trauere ich richtig?

Aber gibt es überhaupt ein richtig oder falsch in der Trauer?

Manchmal habe ich das Gefühl, ich lebe nur noch in Erinnerungen.

Als wäre die Vergangenheit der einzige Ort, an dem ich dir noch begegnen kann.

Ich frage mich, ob ich nur noch jammere.

Ob ich überhaupt noch etwas anderes zu erzählen habe als deinen Verlust.

Ist das jetzt meine Geschichte?

Oder ist sie nur das Kapitel, in dem ich gerade lebe?

Manchmal habe ich das Bedürfnis, den Menschen zu zeigen, dass ich mehr bin als meine Trauer.

Dass ich noch lachen kann.

Dass ich Träume habe.

Dass ich Interessen habe.

Doch dann frage ich mich:

Warum eigentlich?

Muss ich jemandem beweisen, dass ich noch eine andere Geschichte habe?

In diesem Moment ist meine Geschichte die Trauer.

Sie ist die Angst.

Sie ist die Sehnsucht.

Und vielleicht darf das so sein.

Ich fühle mich manchmal, als wäre ich in meiner eigenen Geschichte gefangen.

Ich sehe nur Schwarz.

Ich frage mich, ob das jemals anders wird.

Oder ob das Leben von nun an immer diesen Schleier tragen wird.

Dann gibt es diese kleinen Momente.

Ein kurzer Augenblick, in dem ich tief durchatme.

Ein Lächeln.

Ein Sonnenstrahl.

Ein Gespräch.

Ein Schmetterling.

Für einen Moment wird es heller.

Und dann kommt die Trauer wieder.

Früher dachte ich, das sei ein Rückschritt.

Heute glaube ich, dass es einfach mein Weg ist.

Vielleicht muss ich nicht heute wissen, wie ich in fünf Jahren trauern werde.

Vielleicht reicht es, den heutigen Tag zu tragen.

Vielleicht muss ich mich nicht beeilen.

Vielleicht darf ich mir Zeit lassen.

Denn Liebe kennt keinen Zeitplan.

Und Trauer auch nicht.

Vielleicht trauere ich nicht richtig.

Vielleicht trauere ich einfach so, wie nur ich trauern kann.

Und vielleicht ist genau das richtig.

Wenn du gerade hier bist, trägst du vielleicht etwas Schweres in dir. Du musst es nicht alleine tragen.

Nimm dir einen Moment. Atme. Und geh in deinem Tempo weiter.

Sanielya

Du musst diesen Weg nicht alleine gehen

Wenn du dir Begleitung wünschst – in Gesprächen oder durch sanftes Yoga – bin ich für dich da.

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