Trauer kommt in Wellen – und das ist normal
25.03.2026
Es gibt Tage,
an denen scheint alles ruhig.
Du stehst auf,
gehst durch deinen Tag,
sprichst, lachst vielleicht sogar –
und für einen Moment fühlt es sich an,
als wäre es leichter geworden.
Und dann, plötzlich,
ohne Vorwarnung,
kommt sie wieder.
Die Trauer.
Wie eine Welle,
die sich langsam aufbaut –
oder dich ganz unerwartet trifft.
Ein Gedanke.
Ein Lied.
Ein Blick.
Und auf einmal ist alles wieder da.
So intensiv,
so nah,
als wäre nichts vergangen.
Vielleicht fragst du dich dann:
„Warum jetzt wieder?“
„Ich dachte, es wird besser…“
Und genau hier liegt etwas,
das viele nicht wissen:
Trauer verläuft nicht gerade.
Sie ist kein Weg,
der nur nach vorne führt.
Sie ist ein Rhythmus.
Ein Kommen und Gehen.
Ein leises Auf und Ab.
Manchmal ist sie kaum spürbar.
Wie ein ferner Hintergrund.
Und manchmal ist sie alles,
was du fühlst.
Diese Wellen bedeuten nicht,
dass du zurückfällst.
Sie bedeuten nicht,
dass du „nicht stark genug“ bist.
Sie bedeuten nur:
Dass deine Liebe noch da ist.
Dass etwas in dir
weiter verbunden bleibt.
Und vielleicht darfst du anfangen,
diese Wellen nicht mehr zu bekämpfen.
Sondern sie zu tragen.
Zu spüren,
ohne dich dagegen zu stellen.
Zu atmen,
während sie durch dich hindurchgehen.
Denn jede Welle,
so intensiv sie auch ist,
geht auch wieder zurück.
Und zwischen ihnen
gibt es Momente der Ruhe.
Kleine Inseln.
Augenblicke,
in denen du wieder bei dir ankommst.
Trauer ist kein Feind.
Sie ist ein Ausdruck von Liebe,
die keinen Ort mehr im Außen hat.
Und diese Liebe
bewegt sich.
Sie fließt.
Sie verändert sich.
Wie das Meer.
Du musst sie nicht kontrollieren.
Du musst sie nicht verstehen.
Du darfst einfach
mit ihr sein.
In deinem Tempo.
Auf deine Weise.
Frage an dich
Wann hast du zuletzt gespürt,
dass eine solche Welle durch dich gegangen ist?