Der erste Urlaub ohne dich

Der erste Urlaub ohne dich

Die Flüge sind reserviert.

Früher war das der Moment, in dem die Vorfreude begann. Listen wurden geschrieben. Koffer hervorgeholt. Es wurde diskutiert, was unbedingt mit muss und was zu Hause bleiben kann.

Dieses Jahr ist alles anders.

Ich kann deinen Koffer nicht packen.

Keine Kleidung zusammenlegen. Keine Sonnencreme für dich einstecken. Kein Lieblingsshirt, das du sowieso erst in letzter Minute ausgesucht hättest.

Und doch kommst du mit.

Auf eine Weise, die ich nicht erklären kann.

Dein Platz ist leer, aber deine Spuren sind überall.

In meinen Gedanken.

In meinen Erinnerungen.

In den Gewohnheiten, die geblieben sind.

Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich überlege, was du wohl zu diesem Ort gesagt hättest. Ob er dir gefallen hätte. Worüber du gelacht hättest. Worüber du wahrscheinlich wieder gemeckert hättest.

Und dann trifft mich die Wahrheit erneut.

Du bist nicht da.

Zumindest nicht so, wie ich es mir wünsche.

Menschen sagen, ich soll die Zeit genießen.

Und ich möchte es.

Wirklich.

Ich möchte das Meer sehen, die Sonne auf meiner Haut spüren und für einen Moment leichter werden.

Aber wie genießt man etwas Schönes, wenn die Person fehlt, mit der man es teilen wollte?

Vielleicht geht es gar nicht darum, den Schmerz für eine Weile abzulegen.

Vielleicht geht es darum, ihn mitzunehmen.

So wie ich dich mitnehme.

Nicht in einem Koffer.

Nicht auf einem Flugticket.

Sondern in meinem Herzen.

Du reist mit mir in einer anderen Form.

Unsichtbar für andere.

Aber spürbar für mich.

Und vielleicht ist das alles, was ich im Moment wissen muss.

Dass Liebe auch dann mitreist, wenn ein Mensch nicht mehr neben uns sitzt.

Der erste Urlaub ohne dich.

Ein weiterer erster Moment in diesem Leben nach dir.

Und ich weiß noch immer nicht, wie lange ich das alles tragen soll.

Aber heute trage ich es bis zum nächsten Sonnenaufgang.

Und morgen sehe ich weiter.

Wenn du gerade hier bist, trägst du vielleicht etwas Schweres in dir. Du musst es nicht alleine tragen.

Nimm dir einen Moment. Atme. Und geh in deinem Tempo weiter.

Sanielya

Du musst diesen Weg nicht alleine gehen

Wenn du dir Begleitung wünschst – in Gesprächen oder durch sanftes Yoga – bin ich für dich da.

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