Es fühlt sich eng an.
Der Atem kommt und geht, aber schwer. Die Lust auf das Leben scheint plötzlich wie verdorben.
Trotz all der Beschäftigungen, trotz meines Versuchs, mich in der Menge zu bewegen, ohne aufzufallen, kommt sie hoch: die Trauerwelle.
Und sie übernimmt mich.
Ich verstehe zunächst nicht, warum.
Woher kommt diese Wut?
Diese Unruhe?
Diese Angst?
Warum fühlt sich plötzlich alles wieder so schwer an?
Die Tränen kommen nicht einmal richtig. Sie sitzen irgendwo fest. Dafür wird der Kloß im Hals immer größer.
Und irgendwann begreife ich:
**Mein Inneres wusste es schon, bevor mein Verstand es verstanden hat.**
Es ist dieses Datum.
Ein Datum, das für andere einfach ein Tag im Kalender ist.
Für mich trägt es Erinnerungen.
Bilder.
Gefühle.
Schmerz.
Vielleicht gibt es in uns einen inneren Kalender.
Einen, den wir nicht öffnen müssen.
Der keine Erinnerung auf dem Handy braucht.
Der nicht fragt, ob wir heute bereit dafür sind.
Der Körper erinnert sich.
Manchmal schon Tage vorher.
Vielleicht erinnert er sich an eine Jahreszeit.
An eine bestimmte Luft.
An Licht.
An einen Geruch.
An einen Tag, an dem das Leben noch anders war.
Und plötzlich ergibt das, was ich vorher nicht erklären konnte, einen Sinn.
Es war nicht einfach ein schlechter Tag.
**Es war Erinnerung.**
Vielleicht muss ich an solchen Tagen nicht gegen mich kämpfen.
Vielleicht muss ich nicht verstehen, warum ich plötzlich weniger Kraft habe.
Vielleicht darf ich einfach anerkennen:
Da ist etwas in mir, das sich erinnert.
Etwas, das dieses Datum noch immer kennt.
Auch wenn Jahre vergehen.
Auch wenn der Kalender weiterblättert.
Auch wenn das Leben von außen längst weitergegangen ist.
Mein innerer Kalender zählt anders.
Er zählt nicht nur Tage und Jahre.
Er zählt ein Davor.
Und ein Danach.
Er erinnert mich an das, was ich verloren habe.
Aber auch daran, wie tief ich geliebt habe.
Und vielleicht darf ich an diesen Tagen ein bisschen langsamer werden.
Nicht weil ich zurückgefallen bin.
Sondern weil mein Inneres gerade an einem Ort vorbeikommt, den es niemals vergessen hat.
Der innere Kalender
Wenn du gerade hier bist, trägst du vielleicht etwas Schweres in dir. Du musst es nicht alleine tragen.
Nimm dir einen Moment. Atme. Und geh in deinem Tempo weiter.
SanielyaDu musst diesen Weg nicht alleine gehen
Wenn du dir Begleitung wünschst – in Gesprächen oder durch sanftes Yoga – bin ich für dich da.
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