Früher war Wasser einfach Wasser.
Ein Fluss.
Ein See.
Ein Ort der Ruhe.
Heute trägt es eine andere Bedeutung.
Es ist dein Element.
Du hast das Wasser geliebt.
Ich sehe dich noch vor mir.
Wie selbstverständlich du hineingingst.
Wie frei du dich darin bewegt hast.
Und dann denke ich an das trübe Wasser.
An den Ort, an dem du deinen letzten Atemzug gemacht hast.
An den letzten Moment, in dem ich dich lebend berühren konnte.
Seitdem ist Wasser für mich alles gleichzeitig.
Es ist Erinnerung.
Es ist Schmerz.
Es ist Wut.
Es ist Sehnsucht.
Es ist mein größter Feind.
Und manchmal auch der Ort, an dem ich mich dir am nächsten fühle.
Wenn ich lange auf einen Fluss schaue, passiert etwas in mir.
Mit jeder Welle steigt eine andere Welle auf.
Nicht aus Wasser.
Sondern aus Wut.
Aus Ohnmacht.
Aus all den Fragen, auf die es keine Antwort gibt.
Manchmal möchte ich kämpfen.
Gegen den Fluss.
Gegen das Schicksal.
Gegen den Tag, der mir dich genommen hat.
Ich weiß, dass ich gegen nichts davon gewinnen kann.
Und trotzdem spüre ich diesen Wunsch.
Dann kommt eine andere Frage.
Eine, die ich kaum auszusprechen wage.
Wenn ich mich dem Wasser hingeben würde …
Würde ich dir dort näher sein?
Würde ich dich dort finden?
Oder suche ich nur einen Ort, an dem meine Sehnsucht für einen Moment leiser wird?
Ich kenne die Antwort nicht.
Ich weiß nur, dass ich jedes Mal, wenn ich am Wasser stehe, nicht nur den Fluss sehe.
Ich sehe den Tag, an dem mein Leben in zwei Hälften zerbrochen ist.
Und trotzdem komme ich immer wieder zurück.
Vielleicht weil ich hoffe, dort etwas von dir zu finden.
Vielleicht weil Liebe manchmal genau dorthin zurückgeht, wo sie am tiefsten verletzt wurde.
Das Wasser fließt weiter.
Tag für Tag.
Jahr für Jahr.
Und ich stehe am Ufer.
Mit derselben Frage, die der Fluss mir nicht beantworten kann.
Wo bist du nur?
Das Wasser
Wenn du gerade hier bist, trägst du vielleicht etwas Schweres in dir. Du musst es nicht alleine tragen.
Nimm dir einen Moment. Atme. Und geh in deinem Tempo weiter.
SanielyaDu musst diesen Weg nicht alleine gehen
Wenn du dir Begleitung wünschst – in Gesprächen oder durch sanftes Yoga – bin ich für dich da.
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